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Klartext KI
Frühjahrs­kurs · 2026
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M02 · L02 Effektive Prompts, die wirklich funktionieren Teil 3 von 5 · Übung steht noch aus
Module Modul 02 · KI im Arbeitsalltag Lektion 02

Effektive Prompts, die wirklich funktionieren

Acht Minuten. Eine echte Aufgabe von deinem Schreibtisch. Ein Schema, das in 80% deiner KI-Anfragen funktioniert, ab heute.

Übung Luis verfügbar seit 14. Mai 8 Min du bist 0:00 hier
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Teil 01

Warum dein erstes Prompt oft daneben geht

Du kennst das Bild. Du tippst „Schreib mir eine E-Mail“ in eine KI, und raus kommt etwas, das sich liest wie ein LinkedIn-Gedicht für Vertriebs­leiter. Das ist kein Bug. Das ist, was passiert wenn du zu wenig sagst.

KI hat keine Information über dich, deine Firma, den Empfänger, deine Beziehung zu dieser Person, oder den Ton, den du sonst verwendest. Also rät sie. Und sie rät Richtung Durchschnitt. Der Durchschnitt aller Geschäftsemails der Welt ist eine generische LinkedIn-Vibe.

Die gute Nachricht: das lässt sich in 60 Sekunden fixen. Du brauchst kein „Prompt Engineering“. Du brauchst vier Sachen.

Teil 02

Die vier Bausteine

Stell dir KI vor wie eine neue Praktikantin. Sehr fleißig, sehr begabt, kennt aber noch niemanden in der Firma. Vier Sätze, dann kann sie los.

  • Wer du bist (Rolle). Beruf, Branche, Sprache. „Ich bin Buchhalterin in einem kleinen Bauunternehmen in Linz.“
  • Was du brauchst (Aufgabe). Konkret, keine Andeutungen. „Schreib eine Mail an einen Kunden, der seit 6 Wochen eine Rechnung nicht bezahlt hat.“
  • Wie du's haben willst (Form). Tonalität, Länge, Anrede. „Höflich aber bestimmt. Max. 80 Wörter. Per-Du, ich kenne den Kunden.“
  • Was du NICHT willst (Grenzen). Ohne diese Zeile macht KI jedes Mal zu viel. „Keine Drohung mit Inkasso. Keine Klammern mit Erklärungen. Keine Aufzählungen.“
Zusammengesetzt
Ich bin Buchhalterin in einem kleinen Bauunternehmen in Linz. Schreib eine Mail an einen Kunden, der seit 6 Wochen eine Rechnung nicht bezahlt hat. Höflich aber bestimmt, max. 80 Wörter, per-Du (ich kenne ihn persönlich). Keine Drohung mit Inkasso, keine Klammern mit Erklärungen, keine Aufzählungen.
Teil 03

Schau, was passiert

Gleicher Anlass in zwei Versuchen. Du musst deinem Vermieter sagen, dass der Boiler tropft.

Prompt A (was die meisten tippen)

Schreib eine Mail an meinen Vermieter wegen einem Wasserschaden.

Was rauskommt: drei Absätze, „Sehr geehrte Damen und Herren“, eine Aufzählung mit Stichpunkten, eine Andeutung auf Mietminderung. Etwas, das du nie verschicken würdest.

Prompt B (mit den vier Bausteinen)

Ich miete eine Altbauwohnung in Wien. Ich kenne meinen Vermieter Herrn Klimt persönlich, wir sind per-Du. In meiner Küche tropft seit gestern der Boiler. Schreib eine kurze freundliche WhatsApp (max. 4 Sätze, per-Du), in der ich ihn bitte, jemanden vorbeizuschicken. Kein Druck, keine Drohung, keine Aufzählungen.

Was rauskommt: vier Sätze. Klingt wie du. Du würdest sie genau so abschicken.

Der einzige Unterschied: 30 zusätzliche Wörter im Prompt. Das ist das ganze Geheimnis.

Was ein Skeptiker sagt

„Klingt nach Prompt Engineering. Also genau die Mode, von der ich in zwei Jahren nichts mehr hören will.“

Halb stimmt das. „Prompt Engineering“ als Buzzword wird hoffentlich verschwinden. Aber präzise sagen, was du willst, das war schon eine Fertigkeit, lange vor KI. Du übst sie jeden Tag, wenn du eine Mail an deinen Chef schreibst, eine Bestellung beim Tischler aufgibst, deinem Steuerberater erklärst, was du brauchst. KI macht diese Fertigkeit nur sichtbarer. Sie verschwindet nicht mit der Mode.

Teil 04

Drei Fehler, die jeder macht

1. Du fragst zwei Dinge gleichzeitig

„Schreib die Mail und sag mir auch, ob ich rechtlich was beachten muss.“ KI macht beides halbherzig. Besser: zwei getrennte Prompts. KI macht eine Sache gut zur Zeit, wie die meisten von uns.

2. Du nimmst die erste Antwort

Es gibt keine erste-und-richtige Antwort. Antworte mit „kürzer“, „förmlicher“, „weniger generisch“, bis es passt. Vier Iterationen sind normal, nicht Scheitern.

3. Du gibst nach Versuch eins auf

Wenn Prompt A schlecht war: schreib Prompt B nicht von Null neu. Sag einfach „das war zu förmlich. Mach es lockerer.“ KI merkt sich den Gesprächs­kontext. Nutz das.

Acht andere arbeiten heute an Modul 2.

Selber machen
Teil 05

Probier es jetzt mit einer echten Aufgabe

Jetzt der Teil, in dem's hängen bleibt. Fünf Minuten Tippen, mit einer echten Aufgabe von deinem Schreibtisch.

Übung · 5 Minuten

Eine echte Aufgabe, vier Bausteine

Such dir etwas aus deiner Woche aus, eine Mail, ein Angebot, eine Übergabe, einen Vertrag. Schema anwenden. Vergleichen. Maximal dreimal korrigieren.

  1. Such dir eine echte Aufgabe Keine hypothetische. Etwas, das diese Woche auf deinem Tisch liegt. Je konkreter, desto besser das Ergebnis.
  2. Schreib dein Prompt: vier Sätze, vier Bausteine Nimm das Schema unten als Ausgangspunkt. Pass es an deine Situation an. Keine Sorge wegen Wortwahl, KI ist mit Grammatik nachsichtig. Ich bin [deine Rolle] in [Firma / Kontext]. Schreib [Mailart] zu folgender Situation: [die echte Situation]. [Ton, Länge, Anrede, Du oder Sie]. Bitte ohne [was du nicht willst].
  3. Vergleich. Sag, was zu fixen ist. Maximal drei Runden. Wenn's nach drei Runden noch nicht passt: das Prompt ist das Problem, nicht KI. Häng einen weiteren Baustein dran (meistens die Grenzen).

Fertig. Du hast jetzt ein Schema für 80 % von dem, was du KI je fragen wirst, E-Mails, WhatsApp, Behörden­schreiben, Geschenk­ideen, die Kindergeburtstags-Einladung an die andere Klasse. Schreib's auf einen Post-it. Häng's an die Seite vom Bildschirm.

Für dein KI-Tagebuch

Eine Zeile, wenn du fertig bist

Was hat dich heute am meisten überrascht? Denk nicht nach. Der erste Satz, der kommt, ist der richtige.

Speichert privat in dein Tagebuch. Nur du siehst es.
Abschluss
Das war die Lektion.
Wenn du die Übung gemacht hast, kannst du sie abhaken. Das ist die einzige Regel.
OK